Seitdem ist die Zahl derer, die in den letzten 12 Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen haben, von knapp 30 % im Jahr 2021 auf 36,4 % im Jahr 2025 gestiegen. Männer (40,4 %) sind affiner für Glücksspiele als Frauen (32,4 %). Besonders deutlich wird der Geschlechtsunterschied bei den Sportwetten.
| Monat | Umsatz (Mio. €) | Hauptgrund für Abweichung |
|---|---|---|
| Januar | 620 | Winterpause im Fußball |
| Juni | 750 | Fußball-EM 2026-Vorbereitung |
| Juli | 890 | Fußball-EM 2026 in UK & Irland |
| September | 680 | Start Bundesliga, US Open Tennis |
| Dezember | 710 | Adventszeit, weniger Spiele |
Männer nehmen im Vergleich zu Frauen fast fünfmal so häufig an dieser Spielform teil.
- Investitionen in Werbung und Marketing werden zunehmend digital und datengetrieben
- Affiliate-Marketing bleibt wichtiger Akquisitionskanal, unterliegt strengeren Compliance-Regeln
- Bonusangebote und Promotionen werden zielgerichteter und personalisierter
- Customer Acquisition Cost (CAC) steigt aufgrund des regulierten Wettbewerbs
Im Jahr 2023 setzten 6,4 % der Männer und 1,3 % der Frauen Geld bei Sportwetten ein (siehe Glücksspielsurvey 2025, Tabelle 5).
- Umsatzanteil der Top-5-Bundesliga-Vereine an Vermarktungspartnerschaften: über 40%
- Sponsoring-Einnahmen der Clubs aus Wettingdustrie stagnieren aufgrund von Werbebeschränkungen
- Vermehrt Nutzung von "Official Betting Partner"-Status in der Werbung
- Diskussion um Werbeverbote auf Trikots und in Stadien hält an
Aktuell nehmen 16,6 % der erwachsenen Allgemeinbevölkerung an ausschließlich stationären Glücksspielen teil. Das sind mehr als an ausschließlich online zugänglichen Glücksspielen (10,8 %). In den vergangenen Jahren ist aber ein stärkerer Anstieg für online zugängliche Glücksspiele zu beobachten.
| Spielergruppe | Monatl. Umsatz (€) | Anteil an Spielern |
|---|---|---|
| Gelegenheitsspieler | < 50 | 65% |
| Regelmäßige Spieler | 50 - 300 | 30% |
| Hochvolumen-Spieler | > 300 | 5% |
3,4 % der ambulanten Betreuungen mit einer Suchtproblematik gehen auf pathologisches Spielen als Hauptdiagnose zurück.
Diese Gerichte haben bereits zu Gunsten von Spielern entschieden
Und die Finanzierung von Sport an sich gehört endlich geändert. In einem System, wo mehr Geld bessere Spieler:innen und damit mehr Erfolg bringt und alle Klubs nach oben streben, sind sie bereit, Geld aus jeder erdenklichen Quelle anzunehmen. Längst sind das Summen, die nur unethische Konzerne bereitstellen können. Gesellschaftliche Schäden finanzieren dieses Spiel und die Villen seiner Helden, in dem Fall zahlen Süchtige und Prekäre. Solange wir keine andere Wettbewerbsstruktur und eine gesellschaftlich gesteuerte Finanzierung statt Profitmaximierung schaffen, ist die Ausbeutung nicht zu besiegen.
MERKUR BETS
Immerhin, mittlerweile gibt es auch hierzulande eine Lobby gegen Sportwettenwerbung: Durch Fan-Organisationen wie „Unsere Kurve“ oder das neu gegründete Bündnis gegen Sportwettenwerbung. Um zumindest der unheiligen Symbiose ein Ende zu setzen. Nur noch 430 – dann sind wir 50.000 Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall.
Interview in „Die Story“ des Bayerischen Rundfunks zum Thema „Mega-Hype Sportwetten: Zwischen Profit und Sucht“ (ab Minute 13:47)
Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Knapp 90 % der behandelten Personen sind männlich. Dies ergibt sich aus den Ergebnissen der Deutschen Suchthilfestatistik. ℹ Hinweis zur Abbildung Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z.B.
- Steueraufkommen aus Sportwetten für den deutschen Fiskus 2026: ca. 800 Mio. Euro
- Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) bildet weiterhin rechtlichen Rahmen
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht Einhaltung der Regularien
- Strikte Werbebeschränkungen beeinflussen Marketingbudgets der Anbieter
„Ambulant“) können Sie einzelne Linien aus- und wieder einblenden. Die Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS) erfasst deutschlandweit Beratungs- und Behandlungsvorgänge in ambulanten wie (teil-)stationären Einrichtungen der Suchthilfe.
Pathologisches und problematisches Spielverhalten in Deutschland
Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Hochgerechnet etwa 1,3 Millionen Erwachsene in Deutschland leiden unter einer Störung durch Glücksspielen. Hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen erfüllen die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung, weitere 3,1 Millionen Menschen weisen Anzeichen für ein problematisches Glücksspielverhalten auf. Knapp 36 % der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland haben in den vergangenen 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel gespielt, Männer (40,4 %) häufiger als Frauen (32,4 %). Bei knapp über 3 % der suchttherapeutischen Behandlungspisoden in der ambulanten Suchthilfe steht eine Problematik des pathologischen Spielens im Vordergrund.
Beste Wettanbieter ohne Gebühr 2026
"Glücksspielsucht kann Existenzen in kürzester Zeit zerstören. Die Mechanismen – im Wettbüro, am Automaten oder online – sind gezielt darauf ausgelegt, Spielende zu binden, Verluste zu verschleiern und immer weiterzuspielen. Neurowissenschaftlich ist gut belegt, dass Glücksspiel das Belohnungssystem stark aktiviert und eine Dynamik erzeugt, die viele Betroffene nicht mehr allein stoppen können. Besonders Online-Angebote mit schnellen Spielrunden und permanenter Verfügbarkeit erhöhen dieses Risiko erheblich. Deshalb müssen wir früher eingreifen, Risiken klar benennen und Betroffenen rechtzeitig Hilfe anbieten – bevor aus riskantem Spiel der soziale und wirtschaftliche Absturz wird." 36,4 % der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten an einem Glücksspiel teilgenommen – Männer in größerem Maße als Frauen.
Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen
Unter den 16- und 17-Jährigen, für die Glücksspiele gesetzlich nicht erlaubt sind, geben immerhin 11,6 % an, in den letzten 12 Monaten daran teilgenommen zu haben. Die Abbildung unten zeigt, wie viel Prozent der Befragten angaben, an Glücksspielen teilgenommen zu haben, und wie sich die Teilnahme auf die verschiedenen Zugangswege zum Glücksspiel verteilt. ℹ Hinweise zu den Abbildungen Am oberen Rand der Abbildung können Sie sich mittels der Buttons durch verschiedene Ansichten (z.B. Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z.B. „Männer“) können Sie zudem einzelne Linien ein- oder ausblenden. Die Statistik wird jährlich erhoben und veröffentlicht, wobei Suchthilfeeinrichtungen grundsätzlich nicht zur Teilnahme verpflichtet sind. Dennoch beteiligt sich die Mehrheit der ambulanten Suchthilfeeinrichtungen (Datenjahr 2024: 77 %) sowie gut die Hälfte der stationären Rehabilitationseinrichtungen (Datenjahr 2024: 54 %) an der Erhebung. Da die Zusammensetzung der datenliefernden Einrichtungen von Jahr zu Jahr leicht variiert (offene Kohorte) lassen sich absolute Fallzahlen nur begrenzt interpretieren.
326 Millionen Euro für Therapien aufgewendet
Da für die Erhebung im Jahr 2021 die Methodik grundlegend überarbeitet wurde, sind Vergleiche nur seit dieser Erhebungswelle des Glücksspielsurveys sinnvoll. Ergebnisse aus früheren Erhebungen werden daher nicht dargestellt. Die hier dargestellten Daten sind dem Glücksspielsurvey 2025 (Abbildung 1 und 2) entnommen. Die Corona-Pandemie hat auch im Glücksspiel ihre Spuren hinterlassen. Durch die pandemiebedingten Lockdowns in den Jahren 2020 und 2021 mussten stationäre Spielstätten schließen und Wetten auf Sportergebnisse waren in dieser Form nur eingeschränkt möglich. Stattdessen wird hier der prozentuale Anteil der Behandlungen bzw. Betreuungen aufgrund der Glücksspielproblematik an allen Behandlungen bzw. Betreuungen, für die eine Hauptdiagnose vorliegt, dargestellt. Ein Vorteil des Heranziehens der prozentualen Anteile ist, dass Verteilungen aufgrund der großen Fallzahlen weniger anfällig gegenüber geringfügigen Veränderungen der Grundgesamtheit (das heißt, Anzahl und Zusammensetzung der teilnehmenden Einrichtungen) sind.
EURO 2024 Sportwetten: Fußball-EM hat laut Experten hohes Suchtpotenzial
Mehr Regulierung ist überfällig auf dem deutschen Markt, der fatalerweise den gegenteiligen Weg vieler anderer europäischer Länder gegangen ist. Seit 2018 schon hat Italien jegliche Glücksspielwerbung auch im Sport verboten. Spanien zog nach und verbietet ebenfalls Sponsoring von Glücksspielanbietern für Sportteams; TV-Werbung ist stark reguliert. Und im April einigten sich die Klubs der englischen Premier League, Wettanbieter ab 2026 zumindest auf der Vorderseite ihrer Trikots nicht mehr zu zeigen. In Deutschland ließ man den Markt erst lange in einer rechtlichen Grauzone und hat ihn danach weit geöffnet, inklusive aggressiver Vermarktung.
Podcast „Lass dir nix gefallen“
Bei aller Schrille der Stimmen wäre es zu einfach, die Umsatzsteigerung allein auf Werbung und die Neuregelung zurückzuführen. Grund ist zum Beispiel der Wandel des Wettmarkts selbst von piefigen Wettlokalen hin ins Internet, wo die Hemmschwelle geringer ist, wo Geld mit einem Klick verschwindet und die Angebote schwerer kontrollierbar sind. Und die stetig wachsende Zahl der Anbieter, die gerade bei jungem und prekärem männlichem Publikum einen Markt finden. Auch die zunehmende Aufmerksamkeit für Sport spielt eine Rolle – Wettanbieter wuchsen symbiotisch mit dem zu jeder Uhrzeit laufenden Spitzensport. Und das Leben der Aktiven: Gerade im Profisport sind das Menschen mit viel freier Zeit und häufig zu viel Geld, die den Kick des Spieltags zu reproduzieren versuchen und sich bei Sportwetten für kompetent halten.
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Laut Fan-Organisation „Unsere Kurve“ weisen zehn Prozent der Profi- und Breitenfußballer:innen problematisches Zockverhalten auf. Obwohl Experimente nachgewiesen haben, dass etwa Sportreporter:innen nicht erfolgreicher tippen als an Fußball desinteressierte Hausfrauen. Ein Werbeverbot wäre ein wichtiger erster Schritt, ein Allheilmittel ist es nicht. Der Markt muss viel ambitionierter reguliert werden. Plumpe Verbote bringen nicht viel, durch sie entstand in Deutschland ein unregulierter Online-Schwarzmarkt. Die DSHS umfasst Informationen auf zwei Ebenen: Zum einen auf der Einrichtungsebene, wo primär strukturelle Merkmale und umgesetzte Angebote der Suchthilfeeinrichtungen erfasst werden. Zum anderen auf Ebene der durchgeführten Betreuungen / Behandlungen mit Informationen zur dort betreuten / behandelten Klientel (soziodemographische und suchtbezogene Aspekte, betreuungs- / behandlungsspezifische Merkmale).
WM 2026 Tickets und Tourismus: Der Run auf die Stadien
Der Glücksspielsurvey soll dazu beitragen, bet tipico games auszahlung dauer bessere epidemiologische Erkenntnisse über Glücksspielteilnahme und probleme der bundesdeutschen Bevölkerung zu erhalten. Auf der Grundlage solcher Daten können Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden. Die Erhebung erfolgt seit 2007 alle zwei Jahre mithilfe einer kombinierten Telefon- und Onlinebefragung. Die Grundgesamtheit der Studie ist die deutschsprachige Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren. Die letzte Befragung stammt aus dem Jahr 2025. Bei den hier dargestellten Daten handelt es sich jeweils um Zugänge an Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe bzw. beendete Behandlungen in der stationäre Suchthilfe, für die eine Hauptdiagnose vorlag. Die Daten der einzelnen Jahre sowie eine detaillierte Erläuterung ihrer Erhebung sind unter verfügbar. Der Anteil der Betreuungen in ambulanten Suchthilfeeinrichtungen, die auf eine Problematik durch pathologisches Spielen zurückgehen, lag im Jahr 2024 bei 3,4 %, in stationären Einrichtungen bei 1,5 %.
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